Time Out: Reisen in Südafrika, Zimbabwe, Botswana

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Meine Time-Out Reise endete vor 2 Monaten. Wer nun denkt, dass sich danach wieder alles in ruhigere Bahnen gelenkt hat, irrt sich! Zuerst jedoch noch ein kurzes Update, wie es nach Thailand weiterging:

Bali – naja….

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Nächstes Ziel war Bali. Man hört immer viel Positives von dieser Insel. Ich weiss jedoch nicht was es war: Zur falschen Zeit am richtigen Ort? Zur richtigen Zeit am falschen Ort? Oder waren Zeit und Ort falsch für mich? Nein, ich fühlte mich nicht wohl dort. Die Einheimischen bescheissen dich wo’s nur geht und schauen dir dabei lächelnd in die Augen. Gleichzeitig sieht man an jeder Strassenecke und in jedem Winkel eines Hauses diese blumengeschmückte Mini-Altare mit Räucherstäbchen, wo gebetet wird und wo man auch kleine Gaben wie Nahrungsmittel hinterlegt. Für mich ist das einfach nur scheinheilig.

Die Thais sind auch keine Unschuldslämmer; aber es ist anders und nicht so in dem Ausmass! Zudem war ich in Bali genervt von dem Verkehrschaos, das dort herrscht und als Fussgänger musste ich ständig aufpassen, dass ich nicht über den Haufen gefahren wurde; es gibt keine Gehsteige.

Ich war 4 Tage in Ubud. Das Städtchen im Landesinnere wird von vielen Reisenden und v.a. auch von den Digitalen Nomaden höchst gelobt. Auch wenn ich jetzt total arrogant rüberkomme – nein: mir hat es dort NICHT gefallen.  Ich fühlte mich während des Aufenthaltes einfach nur gestresst und ich beschloss, Bali so rasch als möglich zu verlassen.

Nächstes Ziel: Südafrika!

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Ich flog zurück nach Bangkok und habe mich sogleich wieder pudelwohl gefühlt. Nach einem kurzen Aufenthalt nahm ich die lange Flugreise auf mich und flog nach Kapstadt. Diesmal wollte ich etwas länger bleiben und prüfen, ob für mich ein Leben dort überhaupt in Frage kommt, oder ob es gleich No-Go ist. Dazu habe ich mir ein hübsches Studio auf airbnb in Greenpoint für 10 Tage gebucht. Natürlich weiss man nach so kurzer Zeit nicht, wie es ist, dort zu leben. Immerhin kann ich danach beurteilen, ob ich es mir überhaupt vorstellen kann oder eben nicht.

Cape Town

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Über Kapstadt werde ich in den folgenden Einträgen sicher noch paar Mal berichten; denn seit dem 7. Juli 2017 bin ich für 1/2 Jahr hier. Wie es dazu kam war reiner Zufall (ich weiss: viele sagen, dass es keine Zufälle gibt… ist ja auch egal):

Da ich trotz Time-Out immer noch ein wenig arbeitete, war ich dringend auf zuverlässige und schnelle Internetverbindung angewiesen. Die Lösung war das Cape Town Office. Ich konnte dort ausnahmsweise 3 Tage arbeiten  (normalerweise wird der Arbeitsplatz nur monatlich vermietet).

Im selben Haus befindet sich auch die Fotoschule Cape Town School of Photography – und so fing alles an: Ich habe mich für den Teilzeit-Fotokurs angemeldet, der von Juli bis Dezember dauert. Idealer könnte es nicht sein – denn ich hatte vor meiner Reise sowieso die Absicht gehabt, nach der Rückkehr in die Schweiz in Zürich einen Fotokurs zu besuchen. Nun ist es eben Kapstadt! 🙂 Gleichzeitig kann ich im Cape Town Office arbeiten (statt in der Schweiz im Home-Office). Es könnte besser nicht sein; alles im selben Haus!

Während diesem halben Jahr habe ich nun schön Zeit zum Herausfinden wie es ist, hier zu leben. Da ich auch den südafrikanischen Pass habe, muss ich mich nicht um ein Visum bemühen. Nun drücke ich an 3 halben Tagen die Woche wieder mal die Schulbank – und bis jetzt macht es mir richtig Spass!

Ich selber habe auch schon Blogs und Berichte gelesen bezüglich Leben / Kriminalität in Kapstadt. Es gibt viele gegensätzliche Aussagen. Ich werde jedenfalls während meines Aufenthaltes hier auch über meine Erfahrungen berichten – vielleicht interessiert es ja der eine oder andere Leser!

Township Langa Cape Town

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Wenn man nach Kapstadt fliegt, sind die Townships vom Flughafen ins Zentrum nicht zu übersehen. Ich erinnere mich, wie ich geschockt war, als ich das zum ersten Mal gesehen habe. Dass es überhaupt möglich ist, so zu leben? Später habe ich einfach weggeschaut, wenn ich dort vorbeifuhr. Diesmal habe ich mir gesagt, dass ich die Townships nicht mehr länger ignorieren will. Wenn ich mal hier lebe, auch wenn es nur für eine kürzere Zeit wäre, dann will ich mich damit auseinandersetzen. Es ist eine Tatsache, dass es die Townships gibt! Kurzerhand habe ich bei Siviwe Tours eine Walkingtour durch das Township Langa gebucht. Zusammen mit einem italienischen Paar hat uns der Tourguide, der selber dort aufgewachsen ist, durch das Township begleitet. Es war seeeeehr eindrücklich! Ich war und bin es immer noch tief berührt. Die Menschen dort sind z.T. ärmer als arm. Kinder spielen mit Harassen oder Steinen auf der Strasse (sie haben keine Spielzeuge). Dennoch sind mir diese Bewohner friedlich begegnet, habe keinen Hass oder sonst welche Bedrohung gefühlt. Unsereins sollte sich vermehrt vor Augen halten, dass unsere Probleme oftmals Luxusprobleme sind. Wir könnten wohl nur schlecht (wenn überhaupt) überleben, wenn wir über längere Zeit ohne Wasser und Strom den Alltag bewältigen müssten. Dennoch bin ich der Meinung, dass es falsch ist, wenn ich deswegen ein schlechtes Gewissen hätte, das hilft den Township Bewohnern auch nicht weiter. Doch manchmal würde ein bisschen mehr Demut generell in unserer Gesellschaft guttun. Vieles betrachten wir als selbstverständlich, was auch ok ist – doch sollten wir vielleicht etwas bewusster leben und auch dankbarer sein, für das, was wir haben und nicht ständig im Jammermodus sein, für das, was wir nicht haben.

Während der Führung durch Langa habe ich natürlich unzählige Fotos gemacht – Hier sind ein paar (Copyright alle Katrin / bespunky):

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Botswana / Zimbabwe / Viktoria Fälle

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Durch einen Geschäftspartner hatte ich die Möglichkeit, eine zweiwöchige Safari-Rundreise durch Zimbabwe und Botswana zu buchen. Es war eines der Highlights meiner Reise!

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Die Reise begann in Zimbabwe in Victoria Falls und endete auch wieder dort. Sie führte durch den Hwange National Park, dann weiter nach Botswana, Okavango Delta und via Namibia (dort waren wir nur 1 Nacht) nach Chobe.

Zu Beginn hatte ich etwas Anlaufschwierigkeiten: Nach 1 1/2 Monaten alleine unterwegs zu sein war ich es gewohnt, meine Zeit individuell zu planen: Aufstehen wann es mir passt, meistens kein Frühstück, Abendessen gibt’s wenn ich Hunger habe und nicht punkt 20 Uhr usw. Ich war mit einer Kleingruppe von insgesamt 7 Personen plus Fahrer / Tourguide unterwegs und da ist natürlich ein Plan für den Tagesablauf notwendig (ich organisiere ja selber Reisen und weiss wie es läuft 🙂 ). Kommt noch hinzu, dass immer früh Tagwacht war, meistens um 5 Uhr, manchmal noch früher (und für mich als Nachteule war das zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig)! Ein weiteres „Problem“ war die Internetverbindung – oft war ich während mehreren Tagen offline. Da habe ich gemerkt, wie abhängig ich von diesem Internet bin. Ich bin ein Internet-Junkie und hatte schon beinahe Entzugserscheinungen! Doch nach wenigen Tagen habe ich mich auf den neuen Rhythmus eingestellt und das frühe Aufstehen ging immer leichter! :-). Und ich konnte mich während diesen 2 Wochen einfach mal fallen lassen – musste nicht selber organisieren und planen, was ich ebenfalls als sehr relaxing empfand.

Es war in jeder Hinsicht eine super Tour! Alleine durch Botswana zu reisen wäre für mich gar nicht möglich gewesen. Die Einheimischen in Botswana und Zimbabwe sind sehr freundlich und herzlich. Und natürlich ist die Tierwelt grossartig! Meine „Batterien“ waren nach der Reise wieder völlig aufgeladen mit frischer Energie! Hier ein paar Bilder (alle Fotos Copyright Katrin / bespunky)

 

Tipps für Botswana- und Zimbabwe Reisen

Touristen Visa für Botswana und Zimbabwe

In Botswana und Zimbabwe war ich mit meinem Südafrikanischen Pass unterwegs; deshalb brauchte ich auch keine kostenpflichtigen Visa. Doch gemäss Informationen der anderen Reiseteilnehmern aus Deutschland, Holland und Australien verlief alles reibungslos und das Visum kriegt man vor Ort an der Passkontrolle. Dennoch solltet ihr euch natürlich vor der Reise erkundigen, wie der neuste Stand ist (die Bestimmungen können von einem Tag auf den anderen ändern, manchmal sogar mehrmals im selben Jahr).

Geld in Zimbabwe

Nach Zimbabwe unbedingt schon zum Voraus US-Dollars mitnehmen. Ich hatte keine dabei, weil ich dachte, ich würde vor Ort Cash bei einem ATM beziehen. Falsch gedacht! Alle Geld-Automaten waren leer! Im Hotel konnte ich ebenfalls kein Bargeld beziehen; wobei man alles mit Kreditkarte bezahlen kann. Der Tourguide hat mir zum Glück ausgeholfen.

Malaria

Wie bei allen Reisen in Malaria-Regionen solltest du dich rechtzeitig zum Voraus darüber informieren und dir allenfalls Malaria-Prophylaxe verschreiben lassen.

Unterwegs in Zimbabwe und Botswana

Auf der Karte sehen die Distanzen harmlos aus. Doch für 400 km benötigt man fast die doppelte Fahrtzeit als bei uns in Europa. Es gibt keine Autobahnen und die Strassen sind oftmals nicht so gut unterhalten. Und die Esel kümmerte es einen alten Hut, wenn der Fahrer wegen ihnen abrupt bremsen musste. In Zimbabwe gibt es zudem unzählige Strassenkontrollen! Am Anfang fanden wir das noch spannend, mit der Zeit hat es uns einfach nur noch genervt! Alle 15 bis 20 km wurden wir wieder angehalten und unser Reiseführer musste sich mit denen auseinandersetzten. Dabei geht es natürlich in erster Linie um „Geld schmieren“ und wir Teilnehmer waren alle froh, dass wir uns nicht mit denen auseinandersetzen mussten.

Grenze zu Botswana

Nach Botswana darf man keine Esswaren einführen – die sind diesbezüglich sehr strickt! Also keine Früchte und kein Fleisch mitnehmen, dies wird ansonsten gleich vor Ort entsorgt. Beim Überqueren der Grenze muss man die Schuhe (auch jene, die man nicht trägt) in eine Wanne mit Flüssigkeit eintauchen. Das sollte anscheinend schädliche Bakterien killen. Ob das wirklich etwas nützt ist für mich fragwürdig. Wir wurden über dieses Prozedere am Vortag von unserem Tourguide informiert, und deshalb hatten wir alle unsere Schuhe schon bereit (also nicht im Koffer eingepackt) – somit ging es auch zügig vorwärts.  Manchmal lassen die dich auch ohne diese Kontrolle durch –  je nachdem, wie gerade die Sonne scheint! 🙂

Reisegepäck

Natürlich sollte man so leicht als möglich reisen. Meistens gilt als oberste Limite 15 kg pro Person. Ich habe meinen grossen Trolley in Johannesburg am Flughafen deponiert und war nur mit einem kleinen Handgepäck-Koffer unterwegs.  Was ich dabei hatte (nebst Pass, Geld, Handy usw. – was ja sowieso dabei ist):

  • 2 Langarm-Shirts. Allerdings wäre ich froh gewesen, wenn ich noch einen wärmeren Jumper dabeigehabt hätte! Nachts kann es empfindlich kühl werden.
  • Windgeschützte Jacke, die ich während meiner Time-Out Reise sowieso dabei hatte
  • 2 Paar Jeans
  • 3 T-Shirts
  • 1 Paar Shorts
  • Unterwäsche (für 1 Woche – bei den meisten Lodges gibt es Laundry Service)
  • 1 Paar Schuhe (Sneaker von Nike)
  • Anti-Moskito-Spray (wobei dies in den meisten Lodges auch erhältlich ist)
  • Sonnenbrille
  • Kamera und Ladegerät für Kamera

Das wär’s. Inzwischen tendiere ich zu lieber etwas weniger als zu viel einpacken. Unterwegs kann man immer noch einkaufen, wenn etwas fehlt.

>> Das sind natürlich nur Basic-Tipps. Wenn du selber auch noch welche auf Lager hast, kannst sie gerne hier mitteilen!

Spätestens nach dieser Reise wurde ich vom „Afrika-Virus“ vollends angesteckt. Ich werde bestimmt bei der nächsten Gelegenheit wieder gehen – auch wenn das für mich frühes Aufstehen und gewisse weitere Reisestrapazen bedeutet!

Ende der Time-Out Reise

Ja, nach dieser Botswana-Rundreise stellte sich die Frage, wie und vor allem wohin es weitergeht. Es gab verschiedene Möglichkeiten; doch ich habe gemerkt, dass ich irgendwie übersättigt war. Mein Time-Out ging dem Ende zu! Ich habe während meiner Reise extrem viele Eindrücke gekriegt und diese will ich erst mal verarbeiten.

Dennoch hatte ich keine Lust, direkt zurück in die Schweiz zu fliegen, ich wollte nochmals Strand und Faulenzen. Von Johannesburg flog ich wieder zurück nach Bangkok und verbrachte nochmals 1 Woche am Strand auf Ko Samui. Während dieser Zeit habe ich entschieden, dass ich mich für den Fotokurs in Kapstadt anmelden werde, und dass ich (noch) nicht zurück in die Schweiz will. Es passte einfach nicht.

Da war es für mich klar, dass mein Retourflug in die Schweiz nur ein Transit-Aufenthalt bedeutet. Mitte Mai flog ich nach Zürich zurück. Die ersten paar Tage wohnte ich bei meiner Mutter und danach verbrachte ich 3 Wochen  in Südfrankreich in meiner kleinen Wohnung. Es ist das einzige „zu Hause“, das ich im Moment habe und zum ersten Mal seit Februar wohnte ich während mehr als 3 Wochen am selben Ort – ich habe das sehr genossen. Es tut gut solch einen Rückzugsort zu haben – ich schätze es sehr, denn es ist nicht selbstverständlich! Von hier aus kann ich auch arbeiten und ich konnte vieles erledigen und organisieren im Hinblick meines Aufenthaltes in Kapstadt.

Danach ging es Anfang Juli wieder zurück in die Schweiz, wo ich noch etliche Formalitäten, Anmeldungen bei den Behörden usw. erledigen musste. Wie das genau im Detail aussieht, werde ich bei einem meiner nächsten Beiträge beschreiben. Denn es gibt schon noch ein paar wichtige Punkte, die man berücksichtigen muss.

Quintessenz meiner Time-Out-Reise

Ein Time Out, ein Sabbatical oder eine Auszeit – es gibt verschiedene Namen dafür. Die Beweggründe mögen unterschiedlich sein: Stress bei der Arbeit, Lebenskrise, Todesfall eines geliebten Menschen, eine schwere Krankheit oder einfach nur die Erkenntnis, dass es nun Zeit ist, für sich selber etwas Gutes zu tun.

Bei mir war der Hauptgrund Neuorientierung. Und? Habe ich mich neu orientiert? Jein – denn es ist noch nicht abgeschlossen. Interessant für mich ist, dass ich zu vielen Erkenntnissen kam, wie ich gewisse Dinge oder Umstände „nicht mehr will“ oder „nicht mehr akzeptiere“. Und das ist doch schon was!

Somit beende ich hier nun diesen Time-Out-Reise-Bericht. Über das Leben in Kapstadt werde ich wie gesagt, hier regelmässig berichten.

Bis bald! Katrin

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